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Den Hunger besiegen

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Brot f√ľr die Welt und FIAN legen Bericht zum Recht auf Nahrung vor.
Vor zehn Jahren explodierten weltweit die Preise f√ľr Grundnahrungsmittel. Die Zahl der Hungernden stieg auf √ľber eine Milliarde Menschen, in Dutzenden L√§ndern kam es zu Unruhen. Die j√ľngsten Zahlen der Vereinten Nationen belegen, dass aktuell rund elf Prozent der Weltbev√∂lkerung chronisch Hunger leiden. Das evangelische Hilfswerk Brot f√ľr die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN legen das 10. Jahrbuch zum Recht auf Nahrung vor, in dem die Hintergr√ľnde der Krise beleuchtet und Alternativen vorgestellt werden.

Cornelia F√ľllkrug-Weitzel, Pr√§sidentin von Brot f√ľr die Welt sagt: ‚ÄěDie Hungerkrise von 2007 hat gezeigt, dass jeder Anstieg der Preise f√ľr Grundnahrungsmittel sich unmittelbar auf die √Ąrmsten auswirkt und die Zahl der Hungernden in die H√∂he treibt. Damit sich eine solche Krise nicht wiederholt, sind stabile, aber auch faire Preise wichtig ‚Äď f√ľr Konsumenten wie f√ľr Produzenten. Wenn die gr√∂√üte Gruppe der Nahrungsmittelproduzenten, die Kleinbauern, neben dem Zugang zu verbesserten Anbaumethoden und zu Krediten angemessene Preise f√ľr ihre Erzeugnisse bek√§me, w√§re das ein gro√üer Beitrag zur Vermeidung k√ľnftiger Hungerkrisen.‚Äú

Philipp Mimkes, Gesch√§ftsf√ľhrer von FIAN Deutschland, erg√§nzt: ‚ÄěDie Bundesregierung vertraut bei der Hungerbek√§mpfung zu sehr auf offene, liberalisierte M√§rkte. Wenn dann aber Schutzmechanismen fehlen, k√∂nnen besonders von Hunger betroffene Bev√∂lkerungsgruppen nicht mehr mit den Produkten aus industriellen globalisierten Agrarsystemen konkurrieren. Dann nimmt der Hunger zu und nicht ab. Schlimmer noch: Kleinb√§uerinnen und Kleinbauern, die bis zu 70 Prozent der Grundnahrungsmittel weltweit produzieren, werden durch Gro√üinvestitionen h√§ufig verdr√§ngt. Auch versch√§rfen sich durch den √ľberm√§√üigen Einsatz von D√ľnger und Agrarchemikalien die √∂kologischen Probleme.‚Äú Mimkes fordert eine menschenrechtliche Ausrichtung der Agrar- und Handelspolitik sowie eine engagierte Klimaschutzpolitik.

Die Hungerkrise 2007/2008 und die folgenden sozialen Unruhen hatten eine Vielzahl von Ursachen. Die erzwungene √Ėffnung der Agrarm√§rkte in Entwicklungsl√§ndern, die Spekulation mit Nahrungsmitteln, der zu starke Fokus auf industrielle Ern√§hrungssysteme, der gro√üfl√§chige Anbau von Biokraftstoffen sowie die Auswirkungen des Klimawandels sind die wichtigsten. Mangelndes Interesse vieler Regierungen, sich um Arme und Hungernde zu k√ľmmern und die Diskriminierung dieser Bev√∂lkerungsgruppen verschlimmerten die Lage. Keines dieser Probleme wurde in den vergangenen zehn Jahren gel√∂st.

Im 10. Jahrbuch zum Recht auf Nahrung werden die anhaltenden Fehlentwicklungen des industriellen Ernährungssystems analysiert und Wege aus der Krise aufgezeigt. Schwerpunkte sind die Konzentrationsprozesse im Agrarsektor, die Bedrohung der Ernährung durch den Klimawandel sowie der wachsende Einfluss großer Unternehmen auf die internationale Agrar- und Ernährungspolitik.

Laut den j√ľngsten Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Hungernden im Jahr 2016 erstmals seit Jahren gestiegen, auf nun 815 Millionen. Jeder neunte Mensch leidet chronisch Hunger. Zugleich belegen die Daten der Weltern√§hrungsorganisation FAO, dass noch nie so viele Nahrungsmittel produziert wurden wie heute. Die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung ist daher weniger eine Frage der Mengen, sondern des Zugangs zu Nahrungsmitteln.

Das Recht auf Nahrung ist als Menschenrecht verankert in Artikel 11 des Internationalen Pakts √ľber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, dem UN-Sozialpakt. Es ist eines der am h√§ufigsten verletzten Menschenrechte. In den Nachhaltigen Entwicklungszielen haben die Vereinten Nationen vereinbart, bis 2030 das Recht auf Nahrung f√ľr alle Menschen zu verwirklichen.¬†

 

Quelle: http://www.sonnenseite.com

Bild: ©pixabay

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