Bundestagswahl: Bei Lebensmittelverschwendung sind Parteien √ľberwiegend sprach- und konzeptlos / WWF fordert Strategien statt Allgemeinpl√§tze | Solarladen

Bundestagswahl: Bei Lebensmittelverschwendung sind Parteien √ľberwiegend sprach- und konzeptlos / WWF fordert Strategien statt Allgemeinpl√§tze

Mehr als 18 Mio. Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland pro Jahr im M√ľll | ¬© pixabayMehr als 18 Mio. Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland pro Jahr im M√ľll | ¬© pixabay

Berlin: Mehr als 18 Mio. Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland pro Jahr im M√ľll. Davon k√∂nnten schon heute fast 10 Mio. Tonnen vermieden werden. Doch dazu braucht es echten politischen Willen. Der WWF hat daher die aktuellen Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, B√úNDNIS 90/DIE GR√úNEN, DIE LINKE und FDP zum Thema Lebensmittelverschwendung unter die Lupe genommen. CDU/CSU und die Linke bieten keine konkreten Strategien. Der FDP ist der unn√∂tige Verlust von Lebensmitteln keine Zeile wert.

 

‚ÄěDie Konzeptlosigkeit, vor allem von CDU/CSU, FDP und DIE LINKE, erschreckt umso mehr, als sich Deutschland international verpflichtet hat, bis 2030 die Lebensmittelverluste im eigenen Land zu halbieren‚Äú, so Tanja Dr√§ger de Teran, WWF-Referentin f√ľr Landwirtschaft. CDU/CSU setzten im Programm einzig auf Verbraucherbildung. ‚ÄěDamit entl√§sst die Union zum Beispiel Erzeuger, Hersteller, Gro√ük√ľchen oder Lebensmitteleinzelhandel aus ihrer Pflicht und konzentriert sich wider besseren Wissens auf einen kleinen Ausschnitt des gro√üen Problems‚Äú, kritisiert Dr√§ger de Teran. Verbraucherbildung, gerade in Kinderg√§rten und Schulen, sei zwar ein wichtiger Baustein, aber dieser m√ľsse in eine notwendige umfassende Gesamtstrategie zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten integriert werden.

Auch DIE LINKE √ľberzeugt den WWF nicht mit ihrer Forderung, das Containern zu legalisieren. ‚ÄěDas greift zu kurz, DIE LINKE erkl√§rt nicht, wie sie verhindern will, dass √ľberhaupt so viele Lebensmittel in der Tonne landen‚Äú, so Dr√§ger de Teran. Ein Totalausfall ist die FDP. ‚ÄěEs ersch√ľttert, dass eine Partei, die sich Wirtschaftskompetenz auf die Fahnen schreibt, nicht wenigstens die √∂konomische Tragweite von Lebensmittelverlusten auf dem Schirm hat.‚Äú Im Schnitt wirft jeder Bundesb√ľrger Lebensmittel im Wert von rund 230 Euro weg. Das macht 19. Mrd. Euro pro Jahr f√ľr Deutschland.

Als Silberstreif am Horizont sieht der WWF, dass SPD und B√úNDNIS 90/DIE GR√úNEN in ihren Programmen eine Strategie f√ľr die gesamte Wertsch√∂pfungskette vom Landwirt bis zum Endverbraucher fordern, B√úNDNIS 90/DIE GR√úNEN sogar mit verbindlichen Reduktionszielen. Keine Partei bekennt sich jedoch explizit zu dem politischen Ziel, zu welchem sich auch Deutschland mit der Anerkennung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) verpflichtet hat: die Halbierung der Lebensmittelverluste bis 2030 (SDG 12.3).

Der WWF fordert von der n√§chsten Bundesregierung eine nationale Strategie mit verbindlichen Reduktionszielen f√ľr einzelne Branchen und vom Acker bis zum K√ľhlschrank. Eine nationale Koordinierungsstelle soll aus Sicht des WWF im Blick behalten, ob Deutschland es schafft, bis 2030 die Lebensmittelverluste im eigenen Land zu halbieren. Denn das ist der Rahmen, dem sich auch Deutschland mit der Unterzeichnung UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) verpflichtet hat.
 
Hintergrund Lebensmittelverschwendung
Derzeit gehen in Deutschland 18 Mio. Tonnen an Lebensmitteln verloren. Davon wären 10 Mio. Tonnen bereits heute vermeidbar. Lebensmittelverschwendung hat signifikante Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Durch die von uns weggeworfene Nahrung werden...weiter lesen:....http://www.wwf.de/2017/september/programme-fuer-die-tonne/

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