Alarm um Rekord-Methanwerte

© Spork | WikimediaCommons | Auf der Nordpolarinsel Spitzbergen, norwegisch Svalbard, wurden die steil ansteigenden Methan-Werte gemessen.© Spork | WikimediaCommons | Auf der Nordpolarinsel Spitzbergen, norwegisch Svalbard, wurden die steil ansteigenden Methan-Werte gemessen.

Auf dem norwegischen Festland und auf Spitzbergen wurden jetzt Rekordwerte beim Treibhausgas Methan gemessen, von denen noch nicht klar ist, ob sie direkt auf menschliche Aktivitäten zurückgehen oder sogar das langsame Auftauen des Permafrostbodens bedeuten.

 

 

 

 

 

 

 

"Das ist eine alarmierende Entwicklung", sagt Cathrine Lund Myhre, Geochemikerin am staatlichen Norwegischen Institut für Luftforschung NILU. Das Institut betreibt Messstationen auf dem norwegischen Festland und der Arktisinsel Spitzbergen, die unter anderem den Kohlendioxid- und Methangehalt in der Luft messen. Die Werte für beide Klimagase sind kräftig gestiegen und die höchsten, die je gemessen wurden. "Bei CO2 haben wir das erwartet", sagt Myhre. "Bei Methan in dieser Form nicht."

Die von der Zeppelin-Forschungsstation in Ny-Ålesund auf Spitzbergen gemessenen Methanwerte und deren Steigerungsraten lägen deutlich über den global gemessenen Durchschnittswerten. Die 2013 global bei rund 1.815 ppb (parts per billion) liegenden Methan-Jahresmittelwerte seien auf Spitzbergen von 2006 bis 2014 vom ohnehin schon hohen Wert 1.853 ppb noch weiter auf 1.910 ppb gestiegen. 2015 habe sich der Trend fortgesetzt. Zunächst sei man von einer kurzfristigen Tendenz ausgegangen, doch "die Kurve flacht nicht ab", konstatiert Myhre. Das sei beunruhigend und bekräftige die Notwendigkeit einer schnellen und anhaltenden Reduktion der Freisetzung von Klimagasen.

Methan hat in der Atmosphäre ein etwa 30-fach stärkeres Treibhauspotenzial als CO2. Beim NILU schätzt man, dass rund 60 Prozent des weltweiten Methanausstoßes menschengemacht sind. Massentierhaltung und Nass-Reisanbau sind ebenso Quellen wie die Verbrennung von Biomasse. Dazu kommen Deponiegase, die Förderung fossiler Energien oder das Fracking.

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Quelle: www.sonnenseite.com

Foto: ©Spork | WikimediaCommons

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