Euroland ist abgebrannt

Euroland ist abgebrannt | Foto: © Reiner Sturm - 326262 - pixelio.deEuroland ist abgebrannt | Foto: © Reiner Sturm - 326262 - pixelio.de

Kolumne von Cora Stephan "It’s not the economy, stupid." Warum man die Griechen bei der Stange halten will, koste es, was es wolle.

„Wir als Deutsche“ – klar: das darf in keiner Rede fehlen, in der die deutsche Regierung das renitente Staatsvolk zu irgendetwas überreden will. Auf dem Fuße folgt das Wieselwort „Solidarität“. Das ist mindestens so wirksam wie der Appell an die „Menschlichkeit“. Wer will schon ein unsolidarischer Unmensch sein?
 

Niemand, vor allem hierzulande nicht. Und deshalb hat vieles auch außerhalb des Parlaments eine Mehrheit, was ökonomisch widersinnig ist. Die „Rettung“ Griechenlands gehört dazu. Jeder mit ein bisschen Gefühl möchte „den Griechen“ helfen, erst recht „die Deutschen“ (mit ihrer Vergangenheit, klar).

Erbarmen fordern daher nicht nur diejenigen, die den Lederjackencharme von Alexis Tsipras und Yanis Varoufakis unwiderstehlich finden – frisch, frech und sexy. (Über Geschmack lässt sich ja nicht streiten.) Doch gerade den notleidenden Griechen wird eine weitere Verlängerung der Agonie nicht helfen – mal abgesehen davon, dass Erbarmen gewiss nicht der primäre Beweggrund der Euro-Elite ist. Im Fall Griechenland hilft jeder vor allem sich selbst.

Quelle: wiwo.de  

Foto: © Reiner Sturm - 326262 - www.pixelio.de

Artikel bewerten: 
Noch keine Bewertungen vorhanden

Anzeige