Trinkwasser aus Kuhmist

Trinkwasser aus Kuhmist | © Michael Ottersbach / pixelio.deTrinkwasser aus Kuhmist | © Michael Ottersbach / pixelio.de

Jeder der im Sommer schon einmal über eine Almwiese gewandert ist, kann ein Lied singen von den Kuhfladen, die dort überall herumliegen und den Wanderer zur vollen Konzentration zwingen, um nicht in einen dieser Haufen hineinzutreten. Der Kuhmist mag als Dung auf den Wiesen taugen, ansonsten war er bisher nur ein Störfaktor der unappetitlichen Art.

Jetzt kommt eine erstaunliche Nachricht aus den USA. Dort haben Forscher an der Michigan State University ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, aus Kuhexkrementen Trinkwasser zu gewinnen.

 

Die Wissenschaftler sagen, dass aus 380 Litern Kuhmist insgesamt 190 Liter reines Wasser gewonnen werden können.
 

Wie soll das funktionieren?

Die Technologie trägt den Namen “McLanahan Nutrient Separation System” und funktioniert in zwei Schritten: Im ersten Schritt kommt der Mist in eine Biogasanlage, damit man daraus Energie gewinnen kann. In der zweiten Phase kommen Ultrafiltration, Luftabzug und Umkehrosmose zum Zug, womit man das Wasser reinigt. Quasi als Draufgabe lassen sich dann noch Nährstoffe aus dem Wasser entfernen, die man als Düngemittel verwenden kann. “Ultrafiltration” bedeutet, dass man kleinste Partikel ausfiltern kann und “Umkehrosmose” ist ein physikalisches Verfahren zur Konzentration von Feststoffen in Flüssigkeiten.
 

Der Projekt-Verantwortliche Steve Safferman sagt: “Wenn man auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb 1.000 Kühe hat, produzieren diese knapp 38 Millionen Liter an Kuhmist in einem Jahr.” Dieser Mist besteht etwa zu 90 Prozent aus Wasser. Safferman ergänzt: “Dennoch enthalten die Kuhexkremente große Mengen an Nährstoffen, Kohlenstoff, sowie Krankheitserregern, die Auswirkungen auf die Umwelt haben können, wenn kein ordnungsgemäßer Umgang erfolgt.”
 

Die Forscher betonen, dass man mit der Extrahierung der Nährstoffe zwei Fliegen mit einer klappe schlägt: Man schont die Umwelt und gewinnt ein Düngemittel. Jim Wallace, der momentan bei McLanahanmit dem Ziel, die Technologie weiter zu entwickeln, arbeitet, sagt: “Wir sind in der Lage, einen hohen Prozentsatz an Ammoniak herauszufiltern, der sonst an die Atmosphäre abgegeben worden wäre.”
 

Das klingt nach einem vielversprechenden und ökologisch nützlichen Verfahren. Eventuell denkt man nun beim nächsten Wanderausflug ein wenig anders über die herumliegenden Kuhfladen als sonst. ;-)

 

Quelle: gute-nachrichten.com

Foto: © Michael Ottersbach / pixelio.de

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