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Die Eigenstromzulage - so rechnet sich Eigenverbrauch ab Juli 2010*
Betreiber von Solar-Anlagen tun es eigentlich jeden Tag, vor allem um die Mittagszeit: Sie verbrauchen Strom, während die Anlage gleichzeitig welchen liefert. Das Ergebnis: Eigenverbrauch. Die Ursache: Physik. Beides war schon immer so – neu ist lediglich, dass der Eigenverbrauch vom Gesetzgeber besonders gewünscht und gefördert wird.

Während die Vergütung für Solarstrom jahrelang völlig losgelöst vom eigenen Stromverbrauch war, spielt die Abstimmung von Verbrauch und Erzeugung eine zunehmend wichtige Rolle: Im Rahmen der Eigenverbrauchsregelung erhält der Anlagenbetreiber 20,88 Cent für jede Kilowattstunde Solarstrom, die er direkt vor Ort und zeitgleich mit der Erzeugung verbraucht. Zusammen mit den eingesparten Strombezugskosten und abzüglich zu entrichtender Umsatzsteuer ergeben sich ab Juli knapp 39 Cent je Kilowattstunde Solarstrom, wenn die geplante Vergütungsänderung in Kraft tritt – rund sechs Cent mehr als die geplante Vergütung bei normaler Einspeisung. Der Eigenverbrauch wird damit zum bestimmenden Thema, wenn es um die Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen geht. Die spannenden Fragen lauten: Wie viel Eigenverbrauch ergibt sich in einem typischen Haushalt von allein, also ohne besondere Maßnahmen? Und welche Lösungen sind denkbar, um die Eigenverbrauchsquote noch weiter zu steigern?

„Natürlicher“ Eigenverbrauch im Privathaushalt

Zur Ermittlung des Eigenverbrauchs muss man den typischen Verbrauch und die Erzeugung der Solar-Anlage gegenüberstellen. Dabei hängt der Verbrauch von der Art und Anzahl der Elektrogeräte, der Personenzahl und den Gewohnheiten der Nutzer ab. Die erzeugte Energiemenge wird hingegen durch die Leistung der Solar-Anlage und das Wetter bestimmt.
Abbildung 1 zeigt Erzeugung und Verbrauch bei einer 5 kWp-Anlage und vier Personen an einem typischen Sommertag. Die Kurve der Erzeugungsleistung (grau) weist zumindest an wolkenlosen Tagen grundsätzlich das charakteristische Glockenprofil auf. Auf der Kurve der Verbrauchslast (blau) zeigen sich zur Mittagszeit die typischen Lastspitzen, weitere Verbrauchsschwerpunkte liegen in den Morgen- und Abendstunden. Der Eigenverbrauch entspricht nun genau dem Teil der Verbrauchsenergie (blaue Fläche), der „innerhalb“ der erzeugten PV-Energie (hellgraue Fläche) liegt. Er ist in der Abbildung dunkelblau gekennzeichnet.
SMA hat umfangreiche Analysen durchgeführt, um typische Eigenverbrauchsquoten zu ermitteln. Ergebnis: Bei einem Haushalt mit vier Personen beträgt der Anteil des Eigenverbrauchs an der erzeugten Energiemenge im Jahresschnitt etwa 20 bis 40 Prozent (Abb. 2).


Abb. 1: Erzeugung, Verbrauch und Eigenverbrauch an einem wolkenlosen Sommertag (Vier-Personen-Haushalt und Solarstrom-Anlage mit 5 kW Peakleistung)


Abb. 2: Die „natürliche“ Eigenverbrauchsquote hängt ab von der Anlagenleistung und der Personenzahl im Haushalt

Hintergrund: Warum wird Eigenverbrauch gefördert?
Hintergrund der Eigenverbrauchsförderung: Die regionalen Mittel- und Niederspannungsnetze müssen entlastet werden. Zumindest so lange, bis der Umbau zu einem modernen Verbundnetz weiter fortgeschritten ist – also einem Netz, das schwankende Energiemengen verlustarm in alle Richtungen verteilen kann.
Der Eigenverbrauch sorgt nun in doppelter Hinsicht für Entlastung: Energie, die unmittelbar am Ort der Erzeugung verbraucht wird, muss nicht mehr über das Stromnetz abtransportiert werden. Zusätzlich entfällt der Bezug der benötigten Verbrauchsenergie über das Netz. Sinnvoll ist das Ganze auch deshalb, weil die Photovoltaik beim Eigenverbrauch einen ihrer besonderen Vorteile ausspielen kann: Die gute zeitliche Korrelation von Energieerzeugung und -bedarf. Denn um die Mittagszeit, wenn Solarstrom-Anlagen die meiste Energie liefern, wird in der Regel am meisten davon benötigt.
Abgesehen von seiner netzentlastenden Wirkung ist der Eigenverbrauch aber generell ein Zukunftsthema – vor allem mit Blick auf die in Deutschland schon in wenigen Jahren erreichte Netzparität. Denn sobald Solarstrom den gleichen oder sogar einen geringeren Preis hat wie konventioneller Strom aus der Steckdose, ist es für jeden Besitzer einer Solar-Anlage sinnvoll, einen möglichst großen Teil des selbst erzeugten Stroms auch selbst zu verbrauchen.

Grenzen des „natürlichen“ Eigenverbrauchs
Dabei stellt sich natürlich die Frage nach den 60 bis 80 Prozent Energie, bei denen Erzeugung und Verbrauch eben nicht deckungsgleich sind. Sie resultieren einerseits aus jahreszeitlichen Effekten, andererseits aus der tageszeitlichen Verfügbarkeit des Solarstroms. So steigt im Winter der elektrische Energiebedarf generell an, während die Erzeugungsleistung geringer wird – im Sommer sind die Verhältnisse umgekehrt. Und täglich gibt es einen Energiebedarf, der nicht ohne Weiteres mit Solarstrom gedeckt werden kann – ob für das abendliche Kochen und Fernsehen oder den Frühstückstoast um 7 Uhr morgens.

Den Eigenverbrauch steigern
Dennoch ist es möglich, die bei Privathaushalten automatisch gegebene Eigenverbrauchsquote zu steigern. Die einfachste Möglichkeit besteht in der Änderung des Nutzungsverhaltens: Wer mitdenkt und größere Stromverbraucher bewusst zu einstrahlungsstarken Zeiten einschaltet, kann die Eigenverbrauchsquote dadurch um bis zu zehn Prozent anheben.
Natürlich dürfen nur so viele Verbraucher gleichzeitig aktiviert werden, dass die Momentanleistung der Solar-Anlage zu ihrer Versorgung ausreicht – anderenfalls „verschenkt“ man Eigenverbrauchspotenzial. Größere Verbraucher sollten daher möglichst nacheinander in Betrieb genommen werden. Konkretes Beispiel: Die Waschmaschine nicht zeitgleich mit der Spülmaschine und dem Herd einschalten, sondern nacheinander oder zeitversetzt laufen lassen. Hier sind komfortable Monitoring-Lösungen zur Anzeige der Momentanleistung gefragt, wie sie SMA zum Beispiel mit dem Funkdisplay Sunny Beam anbietet.

Hintergrund: So rechnet sich Eigenverbrauch ab Juli 2010*
Die Planungen zur EEG-Reform wurden kürzlich noch einmal geändert, speziell in Puncto Eigenverbrauch: Für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde soll der Anlagenbetreiber künftig genau 12 Cent weniger Vergütung erhalten als bei regulärer Einspeisung. Nach den aktuellen Planungen wären das ab Juli 20,88 Cent, der Solarstrom für den Eigenbedarf kostet den Betreiber damit lediglich 12 Cent. Bei privater Nutzung des Stroms kommen allerdings noch 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu – genauso wie beim Endkundenstrompreis des Energieversorgers. Insgesamt sieht die Bilanz für Anlagen, die ab Juli 2010 ans Netz gehen, so aus:
20,88 Cent Eigenverbrauchsvergütung minus 2,28 Cent gezahlte Umsatzsteuer ergeben 18,6 Cent. Dazu kommen noch die ersparten Strombezugskosten. Legt man einen Bezugsstrompreis von 20 Cent brutto zugrunde, wird die selbst verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom mit rund 39 Cent vergütet – steigende Strompreise können diesen Betrag künftig noch erhöhen.
Mit einer für Privathaushalte realistischen Eigenverbrauchsquote von 30 Prozent und einem Bruttostrompreis von 20 Cent ergibt sich eine durchschnittliche Vergütung von knapp 35 Cent pro kWh – etwa 5 Prozent mehr als bei der regulären Einspeisung.

*Alle Zahlen basieren auf den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur Absenkung der Solarstrom-Einspeisetarife

=> Lesen Sie den ganzen Bericht von SMA

Wann lohnt sich der Eigenverbrauch von Solarstrom?

Der Solarstrom-Eigenverbrauch lohnt sich erst dann, wenn der Strombezugspreis höher ist als die Differenz zwischen Netzeinspeisevergütung und Eigenverbrauchsvergütung.
Für Anlagen, die im Jahr 2009 in Betrieb gesetzt wurden, gilt dies in den nächsten Jahren bei Strombezugskosten ab 18 Ct/kWh (brutto: 21,42 Ct/kWh). Wenn die Anlage zwischen dem 1.1. und 1.7.2010 in Betrieb gesetzt wurde, sollte der Netto-Strombezugspreis mindestens 16,38 Ct/kWh (brutto: 19,49 Ct/kWh) betragen.



Quelle: sfv.de

01 04 10

 
 
   
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